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Können die Weichen noch anders gestellt werden?
RAT Die Zukunftdes Bahnhofs und des Übergangs Hochstraße erhitztdie Gemüter. Von Kathrin Schüller
Leichlingen. „Die Gespräche verlaufen kaltschnäuzig und von oben herab“, schießt Bürgermeister Ernst Müller in Richtung Deutsche Bahn. Stefan Clemen (CDU) spricht von mangelndem Einsatz der Stadt. Die wiederum vermisst klare politische Entscheidungen - auch aus den Reihen des eigens gebildeten Arbeitskreises.
„Wir können nicht einen ganzen Stadtteil vollkommen abschneiden“
Gereizte Stimmung gestern Abend im Rat. Der Grund: Die Vorarbeiten zur Modernisierung des Leichlinger Bahnhofs haben begonnen, Wünsche der Stadt blieben unerhört (ST berichtete). Dreh- und Angelpunkt der Debatte ist der Übergang Hochstraße. Nur wenn er endgültig geschlossen wird, will sich die Bahn an den Kosten für den geforderten Westzugang beteiligen.
Es hat etwas vom Mut der Verzweiflung, als BWL-Mann Volker Jung kurzerhand beantragt, die Schranke zu schließen. „Nicht mit uns“, so die prompte Antwort von SPD- Fraktionschef Hans Gonska: „Wir können nicht einen ganzen Stadtteil vollkommen abschneiden.“ Das Ende vom Lied: Jung zieht seinen Antrag zunächst einmal zurück. Mehrheitlich spricht man sich dafür aus, erneut in die Beratungen einzusteigen.
Übermäßige Eile ist auch gar nicht geboten: „In den jetzigen Bauabschnitt können wir nicht mehr reingrätschen“, so Baudezernentin Barbara Hammerschmidt. Offiziell beginnt Mitte Juli der Rückbau des Mittelbahnsteigs. Dann muss auch das alte Dach weichen. Wetterschutz bieten künftig nur noch überdachte Wartehäuschen.
Um langfristig doch noch eine andere Weichenstellung fürs Bahnhofs-Areal möglich zu machen, schlägt die Verwaltung unter anderem vor, den Übergang an der Hochstraße zu belassen, den barrierefreien westlichen Zugang zum Bahnsteig zu schaffen und ihn an die die östliche geplante Rampenanlage der DB zur Straße „Am Bahnhof’“ anzubinden. Außerdem soll westlich der Gleise eine Park- und Ride-Anlage mit 30 Parkplätzen eingerichtet werden.
Damit geprüft werden kann, ob das überhaupt machbar ist, sind jedoch nicht nur Beschlüsse sondern auch die notwendigen Grundstücke erforderlich. Wie hier weiter verfahren werden soll, auch darüber wurde gestern noch debattiert. Allerdings hinter verschlossenen Türen. Leichlingens Verwaltungschef hatte dringend von einem öffentlichen Schlagabtausch abgeraten, weil es die Verhandlungen erschwere. KS
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