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Stadtgalerie
Eine große Herausforderung
Von Hans-Günter Borowski
Der Stadtrat hat am Donnerstag den Bau des Einkaufszentrums im Stadtpark beschlossen. Nun muss der Vorentwurf mit Leben gefüllt werden - für Detailfragen der Gestaltung von Fassaden, Plätzen und Grünanlagen ist es allerdings noch zu früh.
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Einkaufszentrum (rosa), neue Wupperbrücke und Rathausplatz in einem ersten Entwurf der Architekten. Im Obergeschoss würde die „Stadtgalerie“ über die abgesenkte Neukirchener Straße hinweg führen. Das Gefälle der Unterführung, von der aus es zu 500 Plätzen in der Tiefgarage ginge, soll sechs bis acht Prozent betragen. (Bild: MESA)
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Leichlingen - Der Rat saß zwar im Orchestergraben der Aula. Das schützte ihn aber nicht vor Misstönen und einem großen Teil des Publikums, das dem Stück gegenüber, das am Donnerstagabend aufgeführt wurde, feindlich gesonnen war. Sie waren nicht gekommen, um zu applaudieren, sondern um dessen Absetzung zu fordern. Wie berichtet ohne Erfolg: Mit 26 gegen sieben Stimmen brachte der Rat die 35-Millionen-Investition auf den Weg.
Aufgebrachte Gegner des Einkaufszentrums im Stadtpark störten die Versammlung immer wieder durch polemische Zwischenrufe. Bürgermeister Ernst Müller sah sich mehrfach gezwungen, dem Architekten Bernhard Reiser vom Stuttgarter Büro Mesa mehr Respekt zu verschaffen. Denn der neue Planer der Innenstadt-Bebauung, der das den Ratsmitgliedern bereits bekannte Projekt erstmals öffentlich präsentierte, hatte in der gereizten Stimmung Mühe, seine Ideen vorzutragen. Freilich gestand der Nachbar des Stuttgarter Hauptbahnhofs zu, dass es „ganz normal“ sei, dass bei einem solchen Thema Emotionen aufkommen: „Ich sehe ein, dass ein Bau in einem Park ein emotional zu diskutierendes Thema ist. Aber nur mit dem Namen „Blütenstadt“ schaffen Sie kein Fundament für die nächsten Generationen.“
Ohne Marken geht gar nicht
Mit Leidenschaft warb er dafür, nicht „die weiße Fahne“ zu hissen und alles so zu lassen, wie es ist. Nämlich 90 von 170 Millionen Euro Kaufkraft der Leichlinger Bevölkerung in die Nachbarstädte abfließen zu lassen. Es müsse in die Innenstadt investiert werden – und das in einer Größenordnung, mit ausreichenden Parkplätzen und einem Umfeld, die auch ein attraktives Niveau von Geschäften jenseits von Billigdiscountern und Ein-Euro-Ramsch ermöglichen. Das verworfene letzte, auf nur noch eine Handelsetage reduzierte Konzept sei genau daran gescheitert, dass es zu klein und nicht vermarktbar war. Mit Rewe habe man den Glücksfall, schon einen Ankermieter zu haben, der bis zu 2500 Quadratmeter nutzen wolle. „Die Größe ist der Faktor Nummer 1, wenn sie Partner zusammenbringen wollen“, so Reiser: „New Yorker kommt nur, wenn auch H&M da ist, ohne Marken geht gar nichts.“ Das über die Neukirchener Straße hinweg führende Obergeschoss schaffe Platz für einen Rundlauf. Für den geplanten Elektro-Markt fiel mehrfach der Name „Media Markt“.
"Ideen nicht im Keim ersticken"
Für Detailfragen der Gestaltung von Fassaden, Plätzen und Grünanlagen ist es im Vorentwurfsstadium noch zu früh. Die große Mehrheit des Rates will sich genau damit weiter befassen, um zu sehen, ob die Unterführung ansehnlich gestaltet werden kann, die privaten Geldgeber die versprochene Wupperbrücke und den Kreisel am Rathaus wirklich mitbringen, eine aufgelockerte Architektur schaffen und den Verkehr bewältigen.
Diese Knackpunkte betonten übereinstimmend vor allem UWG, SPD und CDU sowie FDP und Bürgerliste. Grüne, Linke und die abtrünnigen Christdemokraten wollten das Projekt hingegen erst durch eine Bürgerbefragung absichern. Die CDU-Zweifler Andreas Heusner undRainer Hüttebräucker favorisieren eine kleinere Lösung, „etwas Anmutigeres“. Auch ihr Fraktionschef Frank Hake bekannte, auf Anhieb geschwankt zu haben, ob der Entwurf „genial oder wahnsinnig“ sei. Man müsse aber den Mut haben, ihn weiter zu entwickeln und „innovative Ideen nicht im Keim zu ersticken“.
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