Regionale 2010
Kaufhaus im Stadtpark rückt näher
Von Hans-Günter Borowski
Im Rahmen des "Regionale"-Konzepts soll zwischen Bücherei und Busbahnhof ein neues Einkaufszentrum errichtet werden. Immer wieder tauchen nun Protestplakate der anonymen "Aktion Rettet den Stadtpark" auf.
Leichlingen - Sie tauchen wie über Nacht auf - und sind manchmal schon nach kurzer Zeit wieder verschwunden. Spaziergänger und Stadtgärtner entdecken sie mal hier, mal da am Baum, Bürger sehen sie auf dem Weg zum Rathaus und Eltern mit ihren Kindern am Spielplatz: anonyme Protestplakate gegen den Bau eines Kaufhauses im Stadtpark zwischen Rathaus und Montanusstraße.
Die stumme Bürgerinitiative, die keine Adresse und keine Telefonnummer hinterlässt, ist gegen das vom Rat beschlossene Bauvorhaben. Es sieht bekanntlich vor, im Rahmen des „Regionale“-Konzeptes zur Innenstadtgestaltung das Kaufpark-Gebäude und die Tankstelle an der Neukirchener Straße abzubrechen und als Ersatz zwischen Bücherei und Busbahnhof einen neuen Einkaufsmarkt zu errichten. Diese Rochade soll den Zugang zum Wupperufer öffnen. Denn bis dorthin soll über die Neukirchener Straße hinweg ein neuer Stadtpark angelegt werden, der an einer Ufertreppe mit Promenade endet.
Die anonyme „Aktion Rettet den Stadtpark“ will hingegen die Grünfläche erhalten, als Spielplatz, Baumwiese, Fest- und Freiraum. Auf bisher vier verschiedenen DIN-A-4-Zetteln, die auf dem Computer geschrieben worden sind, werden die Parteien zur Umkehr und die Bürger zum Einspruch aufgefordert.
Bisher gab es darauf kein Echo. Der parteiübergreifende Wille zum „Wupperwandel“ hat Bestand. Nur der Ortsverband der „Linkspartei“ hat das Thema jetzt im Wahlkampf aufgegriffen und fordert „Der Stadtpark muss bleiben!“
Derweil sind die Pläne für den Flächentausch offenbar weit gediehen. Bürgermeister Ernst Müller hat auf Anfrage durchblicken lassen, dass die Verträge zur Umsiedlung des Kaufhauses in den nächsten drei Monaten unterschriftsreif sein könnten: Die Investorengruppe, mit der man über das privat finanzierte Projekt intensiv und im Detail verhandele, sei an dem Vorhaben nach wie vor „hochgradig interessiert“: „Die Dinge sind im Fluss, unsere Architekten zeichnen, wir kommen gut voran“.


Kölner Stadtanzeiger vom 26.8.09
Kommentar
27.8.09
Man kann über alles reden, auch über ein neues Kaufhaus im Stadtpark von Leichlingen.
Die jetzige Situation mit Kaufpark und Tankstelle an der Wupper ist problematisch genug und verhindert die Attraktivierung des Stadtzentrums und die Umsetzung der Planungen der Regionale 2010.
Dass die Diskussion erst jetzt in Gang kommt, ist nicht akzeptabel. Vier Tage vor der Wahl hat der Bürgermeister etwas “durchblicken lassen”. Was ist das für eine Vorgehensweise!
Die BWL wendet sich mit Nachdruck gege diese Informationspolitik. Wir fordern Offenheit und Klarheit für die Bürgerschaft wie es mit Kaufhaus und Stadtpark weitergehen soll und ob es andere Absprachen mit den Investoren gibt, z.B. mit dem geplanten neuen Altenzentrum an der Neukirchener Straße.
Neue Wege und viel Grün
Von Hans-Günter Borowski
Für 450.000 Euro soll mit Hilfe der „Regionale“ der Freizeit-Park in der Balker Aue aufblühen. Zum Minigolfplatz im Süden führt demnächst eine neue Obstallee, an der auf halbem Weg eine Obstwiese mit Grillplatz am zukünftigen Sportlerheim liegt.
Der Entwurf des Landschaftsplaners Peter Davids für die Balker Aue: Der heute kahle und staubige Parkplatz des Sportzentrums (oben) wird in einen Eschenhain mit Rasenfeld verwandelt, die Zufahrt zum Skaterplatz vor dem Jugendzentrum gesperrt. (Repro: ksta)
Leichlingen - Wenn nächstes Jahr der Einkaufszettel für die Umgestaltung der Balker Aue geschrieben wird, stehen vor allem Bäume auf der Liste: Landschaftsplaner Peter Davids hat allein für den Parkplatz, der von einer öden Schotterpiste in einen Eschenhain verwandelt werden soll, rund 70 Baumpflanzungen vorgesehen. Hinzu kommen rund 40 Obstbäume für eine neue blühende Allee, die vom Umkleidetrakt aus bis zum Minigolfplatz quer durchs Sportgelände angelegt werden soll. Was noch benötigt wird, sind eine Fuhre Natursteine für den Kanuanleger und ein paar Säcke Beton plus Holzbohlen für Sitzbänke und Grillplatz.
Rund 40 Zuhörer interessierten sich am Donnerstagabend für die Präsentation dieses Projekts der „Regionale 2010“. Die Stadtverwaltung und das Essener Architekturbüro „Davids, Terfrüchte + Partner“ (siehe „Ausgezeichnetes Büro“) stellten den ersten Entwurf für den künftigen Sport- und Freizeitpark vor. Er basiert auf den Ideen der Planungswerkstatt, an der sich im Juni über 60 Bürger und Vereinsvertreter beteiligt hatten.
Hochfliegende Visionen wie eine weitere Wupperbrücke oder eine Mehrzweckhalle hat man aus finanziellen und pragmatischen Gründen vorerst ausgeklammert. Die auffälligste Veränderung geht so auf dem staubigen Parkplatz vonstatten, der in allen Workshops als das größte Übel angezeigt wurde. Er soll mit einem Raster aus Eschen in einen grünen Landschaftspark verwandelt werden, unter dem weiter geparkt werden kann. Auf dem nördlichen Drittel schließt sich (zwischen LTV-Zentrum und Jugendhaus) eine etwas tiefer gelegte Wiese an, auf der Ball gespielt und gesonnt werden kann, auf der aber auch Zirkusse ihre Zelte aufschlagen und bei Großveranstaltungen wie dem Obstmarkt Autos parken können.
Im Süden reichen die Baumreihen bis auf die jetzige Straße, die zurückgebaut wird. Die Zufahrt wird ab der Kurve am Sportler-Tor für den Verkehr dicht gemacht und in einen Rad- und Gehweg verwandelt. Der führt in einem schmalen Bogen zum neuen Skater- und Bike-Park vor dem Eingang des Jugendhauses und endet auf einer Aussichts-Plattform auf dem Wupperdamm. Von hier fällt der Blick auf die neue Kanu-Anlegestelle, die als Treppe aus großen Natursteinblöcken gestaltet werden soll. Ein Platz für die gewünschte Dirtbike-Bahn wäre nördlich des Jugendzentrums.
Zweiter ins Auge fallender Schauplatz des Entwurfs ist die Obstallee, die einen neuen Weg Richtung Minigolfplatz und Schützenhaus öffnet. Auf halber Strecke ist - neben dem geplanten Sportlerheim am Fußballplatz - eine Obstwiese mit Grillplatz vorgesehen. Dieser neue Fußweg rief in der Bürgeranhörung die meisten kritischen Wortmeldungen hervor. Er verläuft zwischen Faustballwiese und Hammerwurfanlage, weswegen Behinderungen des Sportbetriebs und der Reitroute befürchtet werden. Die Sportfischer sind über den Standort des Bootsstegs nicht glücklich. Besorgt wurde schon jetzt nachgefragt, wer die Obstbäume pflegen soll. Mehrere Bürger vermissen ein WC. Und Anwohner wiederholten ihre Furcht vor noch mehr Betrieb und Lärm auf der Zufahrt.
Alle Anregungen sollen nun in die weitere Bearbeitung einfließen. Im Frühjahr 2011 könnte die neue Balker Aue eingeweiht werden.
Der Ausschuss für Bauwesen, Umweltschutz und Stadtentwicklung trifft sich heute, 17. September, um 16.30 Uhr vor dem Stadtrat zu einer Sondersitzung, um die Regionale-Projekte in der Balker Aue, an der Wupper und im alten Stadtpark auf den Weg zu bringen.
Kölner Stadtanzeiger vom 17.9.09
Kommentar
17.9.09
Die Umgestaltungen im Zuge der Regionalen 2010 werden der Innenstadt Leichlingens gut tun. Sowohl in der Balker Aue (Bericht) als auch in der Innenstadt (Postwiese, Wupperufer, Stadtpark )werden die geplanten Umgestaltungen zur Verbesserung der Attraktivität der Stadt beitragen. Der Rat hat in seiner Sitzung am 17.9. diese Maßnahmen auf den Weg gebracht.
Die BWL unterstützt einerseits diese Umgestaltungen, sieht den Kernbereich aber weiterhin skeptisch. Über den Bereich Kaufpark und Tankstelle finden weiterhin Gespräche statt, mehr konnte von der Verwaltung nicht mitgeteilt werden.