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Sportplätze-Gutachten
Ein Traum rückt in weite Ferne
Von Hans-Günter Borowski, 28.11.08
Der Hitdorfer Landschaftsplaner Joachim Schulze hat seine Gutachten über die Sportplätze in der Balker Aue und in Witzhelden im Schul- und Sportausschusses vorgestellt. Die Baukosten für einen neuen Belag übersteigen in Witzhelden die Millionen-Grenze.
Leichlingen - Manche Gutachten machen nur noch ratlos. So erging es den Mitgliedern des Schul- und Sportausschusses in seiner Sitzung am Donnerstagabend in der Hauptschule, nachdem ihnen der Hitdorfer Landschaftsplaner Joachim Schulze seine Gutachten über die Sportplätze in der Balker Aue und in Witzhelden vorgestellt hatte.
Angetreten, um Perspektiven für den seit langem erwünschten Bau von Kunstrasen-Arenen zu bekommen, trotteten die Politiker nach dem Vortrag geschlagen vom Platz: Die Umwandlung der alten Tennenplätze in zeitgemäße Ganzjahres-Spielfelder wird so teuer, dass der Traum in weite Ferne gerückt ist - für die Balker Aue sind 500 000 bis 550 000 Euro im Gespräch, für Witzhelden wie bereits im Bezirksausschuss angekündigt sogar 900 000 bis 1,2 Millionen. Enorme Beträge, die sich die Stadt zur Enttäuschung der Sportvereine in absehbarer Zeit wahrscheinlich nicht leisten kann. Die Ratsfraktionen müssen nun sehen, was sie in den Etatberatungen mit diesem ernüchternden Ergebnis machen.
Schulze hat den Zustand beider Anlagen unter die Lupe genommen. Er ist zu dem Ergebnis gekommen, dass der Aschenplatz hinter dem Rasenfeld in der Balker Aue sehr gut in Schuss ist und noch drei bis fünf Jahre problemlos hält. Der Platz am Sportzentrum Scharweg hingegen ist so desolat und verdichtet, dass er von Grund auf erneuert werden muss - daher die immensen Kosten. Während im Stadion an der Wupper Kunstrasen auf dem vorhandenen Unterbau verlegt werden könnte, müsste in Witzhelden der völlig verhärtete Boden komplett ausgekoffert, neu aufgebaut und mit einer Drainage versehen werden.
Gesperrt werden muss der Platz, auf dem der VfL kickt, zwar noch nicht, antwortete Schulze auf eine bange Frage. Aber wegen des schlechten Pflegezustands muss hier auf jeden Fall bald gehandelt werden. Die Alternative beschrieb Schulze halb im Scherz so: „Im Sommer in Staubwolken ersticken oder im Winter in Pfützen ertrinken . . . “ Politik und Verwaltung stehen somit in Witzhelden vor der schwierigen Abwägung, ob der Platz nur erneut saniert oder direkt in pflegeleichteren und im Unterhalt billigeren Kunstrasen verwandelt werden soll.
Was das genau kostet, wird nun noch einmal kalkuliert und mit den Sportvereinen besprochen. Denn der Aufwand hängt auch von der Frage ab, ob man weiterhin eine umlaufende Laufbahn haben möchte, deren Aschebelag sich mit einem angrenzenden Kunstrasen gar nicht gut verträgt. Beschlüsse dazu sind erst in den Haushalts-Beratungen Anfang 2009 zu erwarten.
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