Obstweg/Obstlehrpfad

Obstwanderweg

In der Bergischen Obstkammer

Von Sebastian Kehrbaum, 12.07.09

ObstRalph Auf Informationstafeln erfahren Wanderer entlang des Obstweges Wissenswertes über Obst, Geschichte, Tiere und Wirtschaft. BILD: RALF KRIEGER

Auch Leichlingen hat jetzt einen Obstwanderweg: Bürgermeister Ernst Müller weihte den insgesamt neun Kilometer langen Weg am Wochenende ein. Er lobte die Zusammenarbeit der beteiligten Organisationen.

Leichlingen - Über 50.000 hochstämmige Obstbäume soll es vor etwa 50 Jahren in Leichlingen gegeben haben. Heute sind es deutlich weniger. Die verbliebenen Kulturwiesen, auf denen sie stehen, müssen geschützt werden, waren sich die Verantwortlichen am Sonntagmittag bei der Eröffnung des Leichlinger Obstweges einig.

Heute setze man viel stärker auf Spalierobst, sagte Leichlingens Bürgermeister Ernst Müller. Das sei einfacher zu bewirtschaften als hochstämmige Bäume. Aber sie trügen nicht nur Früchte, sondern böten auch rund 3000 bis 5000 Tieren einen Lebensraum. Der Leichlinger Obstweg soll die Wanderer deshalb nicht nur durch die Landschaft lotsen, sondern ihnen auch Wissen vermitteln. Dazu sind bereits vier Informationstafeln installiert worden, insgesamt neun sind für den neun Kilometer langen Rundweg geplant.

Schon seit Jahren stellt man fest, das Obstwiesen aus dem Landschaftsbild verschwinden: „Wir können gar nicht so schnell Bäume nachpflanzen“, sagte Bernhard Sonntag von der Naturschutzstation Rhein-Berg. Außerdem müsse man den Menschen ins Bewusstsein rufen, dass die Bäume ohne den Menschen in dieser Form gar nicht wachsen würden. Deshalb sollen im Herbst Bäume gepflanzt werden, die an einem Stamm mehrere verschiedene Sorten Äpfel tragen. „Der Weg ist noch lange nicht fertig.“

Der Bürgermeister lobte die „hervorragende Zusammenarbeit“ der verschiedenen Organisationen: Die Naturschutzstation plante den Weg, erarbeitete Tafeln und Broschüren, der Sauerländische Gebirgsverein markierte den Weg und der Landschaftsverband Rheinland (LVR) förderte das Projekt mit 35 000 Euro. Adolf Attermeyer vom LVR nannte Leichlingen die „Zentrale des Obstbaus“ und einen wichtigen Teil der Bergischen Obstkammer, zu der unter anderem auch Solingen und Teile von Leverkusen gehören. Auch in Solingen soll in den kommenden Jahren ein Obstwanderweg entstehen, der Leverkusener ist bereits im vergangenen Jahr eröffnet worden. Wer den Leverkusener Obstweg schon kennt, sollte sich trotzdem oder gerade deswegen den in Leichlingen ansehen, findet Attermeyer: „Die Wege sind zwar bewusst ähnlich gestaltet“, denn sie sollen als Netz erkennbar sein. Trotzdem gebe es eben die landschaftlichen Unterschiede und auch die Informationstafeln seien anders gestaltet. In Leichlingen werden darauf Obstsorten wie die Äpfel „Jacob Lebel“ oder „Zuccalmaglios Renette“, aber auch Geschichte und Tierwelt erklärt. Neu ist in Leichlingen, dass es auch Informationen zur Wirtschaft rund ums Obst gibt.

Kölner Stadtanzeiger vom 13.7.09

Leichlinger Obstweg

Immer dem Apfel hinterher laufen

Der Bürgermeister und die Station Rhein-Berg des Naturschutzbundes laden zur Eröffnung des Leichlinger Obstwanderweges ein. Der neue Lehrpfad ist neun Kilometer lang; zur Einweihung ist ein Faltblatt mit einer Karte erschienen, mit der man dem neuen Wanderzeichen folgen kann.

Leichlingen - Am Sonntag wird der Leichlinger Obstweg eingeweiht: Der Eröffnungs-Spaziergang auf dem neuen Lehrpfad beginnt am 12. Juli um 11 Uhr an der Grundschule in Bennert. Dazu hat der Bürgermeister mit der Station Rhein-Berg des Naturschutzbundes (Nabu) eingeladen. Sie hat den ausgeschilderten Obstwanderweg mit finanzieller Unterstützung des Landschaftsverbandes Rheinland konzipiert und mit Wegweisern, Schautafeln und Neuanpflanzungen realisiert hat. Der neun Kilometer lange Leichlinger Rundweg führt über Dierath bis nach Leysiefen, von Bennert aus hinab bis nach Scheidt oberhalb von Kradenpuhl und über Hülstrung bis in die Ortsmitte In der Meffert. Zur Einweihung ist ein Faltblatt mit einer Karte erschienen, mit der man dem neuen Wanderzeichen - einem weiß umrissenen Apfel auf schwarzem Grund - folgen kann. Auch Abkürzungen sind eingezeichnet. Die Leichlinger Schleife ist die Fortsetzung des bestehenden Leverkusener Obstwegs im Wiembachtal. Auch in Witzhelden plant der Nabu eine Fortsetzung des Netzes durch die bergische Obstlandschaft.

Bei gemütlichem Tempo, haben die Umweltschützer getestet, soll man den neuen Rundwanderweg in etwa drei Stunden schaffen. Weil er manchmal auch über unbefestigte Trampelpfade führt, ist er nicht durchgängig mit dem Kinderwagen befahrbar. (hgb)

Kölner Stadtanzeiger vom 11.7.09

Kommentar vom 11.7.09
Die Wege der Politik sind selten geradeaus orientiert. Noch vor zwei Jahren wurde der Antrag der BWL zur Anlage eines Obstlehrpfades von Verwaltung und anderen Fraktionen abgelehnt. Warum? - weil der Antrag von der BWL kam. Nun wird der Obstweg in Leichlingen eröffnet und es soll sich auch in Witzhelden etwas entwickeln. Gut so! Wir hoffen auf eine Verbindung der Wege.

Neuer Obstweg mit Clapps Liebling und Kaiser Wilhelm

VON MONIKA KLEIN

Leichlingen (RP) Was in Leverkusen bereits abgeschlossen ist, entsteht derzeit in Leichlingen: ein Obstweg, an dessen Rändern der Wanderer alte Obstbäume entdecken kann. Noch vor den Sommerferien könne der neun Kilometer lange Rundweg eingeweiht werden, verspricht Christian Butzel vom Naturschutzbund (NABU). Der Forstwissenschaftler arbeitet für die Naturstation. Jetzt pflanzte er mit Hilfe von zwei Zivildienstleistenden Obstbäume auf der Hangwiese am Altenhof nahe Leysiefen. Es ist die vorletzte Aktion für diese Saison, nur am Pohligshof werden noch weitere Gehölze in die Erde gebracht. "Es wird höchste Zeit", sagt Butzel. Denn die Bäume beginnen Saft zu ziehen und auszutreiben.

Obstwegn
Christian Butzel vom Naturschutzbund und zwei Zivildienstleistende pflanzten Obstbäume am Altenhof in der Nähe der Ortschaft Leysiefen. RP-FOTO: MATZERATH

Die Hochstämme, die mit Holzgerüst und Kaninchendraht vor Wind und Wildverbiss geschützt werden, tragen fast vergessene Namen. "Clapps Liebling" oder "Köstliche von Charneaux" heißen Birnensorten, "Kaiser Wilhelm" und "Winterrambour" die Äpfel. Außerdem ist "Büttners rote Knorpelkirsche" angepflanzt worden. Es sind alles heimische Obstsorten, die der üblichen Plantagenware aus dem Supermarkt manches voraus haben – neben dem aromatischen Geschmack. Sie sind widerstandskräftiger und brauchen darum keine so intensive Pflege. Aber sie sind nicht auf Massenertrag ausgerichtet.

Noch sehen die Stämmchen mit den wenigen Ästen spärlich aus. "Und davon schneide ich jetzt gleich auch noch etwas weg", erklärt Butzel. In drei bis fünf Jahren erst sollen die Bäume Früchte tragen. Man könne das auch forcieren, aber dann werde das Holz zu weich und könne schwere Äpfel kaum tragen. Ausschließlich auf privaten Wiesen wurden die 50 Bäume entlang des Leichlinger Obstweges gepflanzt. Weil die Aktion über den Landschaftsverband Rheinland finanziert ist, entstanden für die Besitzer keine Kosten, aber sie dürfen die Früchte ernten. Ein Vertrag regelt die regelmäßige Pflege.

Vom Leverkusener Obstweg schließt sich die Leichlinger Wanderstrecke in Diepental an. Von dort führt die Runde über den Bechlenberg durch Hühnerbusch nach Hülstrunk, von dort über Bennert, Oberschmitte, Richtung Leysiefen und durch den Wald zurück über Dierath, Richtung Roderhof. Drei Stunden Laufzeit sollte man für diese neun Kilometer lange Runde veranschlagen, denn die Strecke ist mit ihren vielen Höhenunterschieden anspruchsvoll, aber gut zu schaffen. Wie schon in Leverkusen und nächstes Jahr dann auch in Solingen machen Bild- und Texttafeln entlang des Weges auf Pflanzen und die dort beheimateten Tiere aufmerksam. Zur Eröffnung gibt es dann auch eine Wanderkarte, auf der Einkehrmöglichkeiten und Hofläden verzeichnet sind.

Rheinische Post vom 11.4.09

Kommentar vom 14.4.09
In der Stadt Leichlingen wird der Leverkusener Obstweg weitergeführt, gerade so, wie die BWL ihn vor zwei Jahren beantragt hatte: Es sollen alte Obstbäume gepflanzt werden und der Weg soll an bestehenden Obstplantagen entlang führen - prima! Den Bürgerinnen und Bürgern wird spätestens jetzt klar sein, dass die damalige Ablehnung des Obstlehrpfades in Rat und Ausschüssen der Stadt Leichlingen ausschließlich politisch als Ablehnung der BWL begründet war.

Blüten-Wanderweg für Leichlingen

Leichlingen. Die Stadt Leichlingen, die Naturschutzstation Rhein-Berg und der Landesverband Rheinland wollen einen „Obstwiesenwanderweg“ anlegen. Die vielen Anfragen an das Büro des Bürgermeisters zeigen, dass ein Blüten-Wanderweg auf großes Interesse stößt. Die Naturschutzstation hat im Leichlinger Gebiet Wiesen kartiert, um eine Route auf bereits vorhandenen Wegen zu erarbeiten. In einem ersten Schritt informierten Christian Buntzel und Bernd Sonntag von der Biologischen Station alle Anlieger über den genauen Routenverlauf und die Möglichkeit, im Rahmen des Projektes Neuanpflanzungen von Obstbäumen regionaler Sorten durch den Landesverband finanziert zu bekommen.
Die Idee wurde auch im Hinblick auf das Markenzeichen „Blütenstadt“ von den Anwesenden sehr begrüßt.
Weitere Infos: Tel.: (0 21 71) 7 34 99 11.
sith

Solinger Tageblatt vom 24.11.08

Kommentar vom 28.11.08
Also nun doch: die Stadt Leichlingen hat sich mit Naturschutzstation und Landesverband Rheinland dem Obstlehrpfad geöffnet. Der soll nun “Obstwiesenwanderweg” heißen - recht so! Wichtig ist, dass er kommt. Man darf gespannt sein, wie die damalige Ablehnung des von der BWL beantragten Obstlehrpfades begründet wird.

Neuer Obstwanderweg
Attraktion auf neun Kilometern
Von Werner Röder, 28.10.08, 14:59h

Obstweg1

Am Dienstag wurde die Strecke eröffnet. (Bild: Ralf Krieger)

Die neue Attraktion der Stadt ist seit Dienstag eröffnet: Ein Wanderweg führt von Opladen über Claasbruch und Unterölbach vorbei an Streuobstwiesen. Vergleichbares gibt es nur am Chiemsee.

Leverkusen - Die Stadt ist um eine neun Kilometer lange Attraktion reicher. Am Dienstag wurde der Obstweg Leverkusen eröffnet. 30.000 Euro teuer und mit garantierter Exklusivität weit über die Region hinaus. Denn wer Vergleichbares erleben möchte, muss bis an den Chiemsee reisen.

Zwischen Lützenkirchen im Süden und Bergisch Neukirchen im Norden konzipierten die Biologin Claudia Heitmann von der Naturschutzstation Rhein-Berg und Kollege Frank Gerber, Diplom-Ingenieur für Landschaftspflege, ein Jahr lang einen Rundweg, der seinen Ausgangspunkt am Naturgut Ophoven in Opladen hat, über Claasbruch nach Atzlenbach und über Unterölbach zurück führt. Wer mag, kann die kurze, fünf Kilometer lange Variante über Claashäuschen oder die verlängerte Version, die bis nach Leichlingen reicht, wählen. Später soll der Obstweg bis Solingen erweitert werden und insgesamt eine Länge von 70 Kilometern umfassen, „aber das ist noch Vision“, sagt Claudia Heitmann.

In Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Umwelt der Stadt Leverkusen und finanziert vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) entstand ein Weg, „auf dem wir zu den mehreren hundert Altbäumen weitere achtzig bis hundert hochstämmige, lokale, beziehungsweise regionale Obstbäume entlang des Weges pflanzen werden“, sagt Gerber. Hierzu haben sie mit den Eigentümern oder Pächtern, die Grundstücke entlang des Weges besitzen, Verhandlungen geführt. Denn die mussten eine 20-jährige Bestandsgarantie für die neuen Obstbäume unterschreiben. „Wir sind dabei grundsätzlich auf viel Verständnis gestoßen“, sagt Gerber.

Zusammen mit dem Sauerländischen Gebirgsverein und dem Verkehrs- und Verschönerungsverein Bergisch Neukirchen entstand ein „Apfel-Zeichen“, das den Weg weist. Entlang der Strecke sind Informationstafeln und Sortenschilder verankert, die über die Obstanbauhistorie aufklären oder Fragen beantworten wie diese: „Was ist eine Streuobstwiese“. Sie informieren weiterhin über die Vermarktung oder Pflege der Obstbäume.
„Ursprünglich wollten wir die vom LVR zur Verfügung gestellten Gelder für Erhalt und Pflege der Kulturlandschaft Streuobstwiese nutzen“, sagt Claudia Heitmann. Doch dann konzipierten sie eine einmalige Mixtur aus Lehrpfad und Wanderweg. Ein Projekt, das Streuobstwiesen mit den am Weg liegenden Hofläden, die regionale Produkte anbieten, vernetzt. Zur Vermarktung von regionalen Produkten wird hier künftig naturnahe und praxisorientierte Umweltbildung angeboten. „Sicherlich werden wir diesen Obstweg auch in ein pädagogisches Konzept einbinden“, sagt Claudia Heitmann, deren Nabu-Naturschutzstation auch für die Pflege verantwortlich sein wird. Aber hier wird sicherlich auch die Stadt unterstützend eingreifen. Schließlich ist sie um eine große Attraktion reicher.

Die erste Obstweg-Führung findet am Sonntag, 2. November 2008, 13.30 Uhr, statt. Thema: Streuobstwiesen entlang des neuen Weges. Für teilnehmende Kinder gibt es ein spannendes Sonderprogramm. Treffpunkt: Naturgut Ophoven, Talstr. 4, Opladen.

Die Info-Broschüre „Obstweg Leverkusen“, aus dem die Streckenführung und wichtige Informationen zum Weg zu entnehmen sind, gibt es beim Nabu-Naturschutzbund Rhein-Berg, den kooperierenden Hofländen und städtischen Einrichtungen.

Kölner Stadtanzeiger vom 29.10.08

Kommentar-29.10.08
Im Oktober 2007 hatte die BWL einen Antrag zur Einrichtung eines Obstlehrpfades gestellt. Der wurde damals von Politik und Verwaltung abgelehnt (siehe weitere Kommentare). Jetzt hat die Nachbarstadt Leverkusen ihre neue Attraktion Obstweg eingeweiht. Ob der Leichlinger Bürgermeister bei der Einweihung war, ist nicht bekannt. Auf jeden Fall hat die Stadt wieder einmal eine große Chance vertan. Es bleibt zu hoffen, dass die angedachte Erweiterung des Weges bis Solingen dann nicht in Leichlingen, der Stadt der Blüten und des Obstmarktes ausgesetzt wird.

Obstweg

 



 

Kommentar-6.8.08
Im Oktober 2007 hatte die BWL einen Antrag zur Einrichtung eines Obstlehrpfades gestellt. In einer Blütenstadt mit Obstmarkt und Erntedankfest eine nur zu befürwortende Initiative, so dachten wir. Falsch gedacht!
Der Ausschuss für Bauwesen, Umweltschutz und Stadtentwicklung (BUS) lehnte den Antrag mit fadenscheinigen Begründungen einstimmig ab. Der eigentliche Grund war wohl, dass der Antrag von der BWL gestellt worden war.
Nun tut sich etwas in dieser Richtung in der Nachbarstadt Leverkusen. Im Oktober soll in Opladen ein “Obstweg” mit all dem eröffnet werden, das auch Ziel des BWL-Antrages war. In anderen Städten geht es also doch.
Beim Studium des Berichts in den
Lokalen Informationen musste der Leser dann aber doch mehrfach stutzen und wiederholt lesen. Da steht im letzten Absatz:”Im Übrigen hat auch der Umweltausschuss der Stadt Leichlingen in der letzten Woche Grünes Licht für das Projekt signalisiert, teilte Dieter Schäfer, LVR Sachgebietsleiter für Kulturlandschaftspflege mit. Das bedeutet, dass auch in Leichlingen schon bald ein Obstwiesenwanderweg realisiert werden kann.”
Der BUS hat noch nicht getagt. Wer hat denn hier grünes Licht gegeben? Die Begründung der Kehrtwendung wird interessant sein. Auf jeden Fall sieht es so aus, dass der BWL-Antrag nun doch umgesetzt wird. Wir freuen uns, denn ein Obstlehrpfad, Obstweg oder wie er auch bezeichnet werden soll, würde Leichlingen gut tun.

Lokale Informationen vom 6.8.08

BWL beantragt Obstlehrpfad

(RP) Nach dem Fischlehrpfad soll Leichlingen in Zukunft auch einen Obstlehrpfad bekommen. Die Anlage eines solchen Weges hat jetzt Volker Jung für die Bürgerliste Witzhelden/Leichlingen (BWL) beantragt. Die BWL wünscht sich, dass der Weg die Ortskerne von Leichlingen und Witzhelden miteinander verbindet und an den örtlichen Obstplantagen vorbeiführt.

Die Beschilderung sollte sich, vielleicht mit etwas kleineren Tafeln, am bestehenden Fischlehrpfad orientieren, schlägt Jung vor. Und führt an: „Durch Neuanpflanzung alter Obstsorten, Themen wie Obstverarbeitung, Produktvielfalt und Ernährungshinweise ließe sich ein abwechslungsreicher und vielfältig interessanter Wanderweg entwickeln, der dem örtlichen Tourismus und der Landwirtschaft zuträglich sein kann.“

Rheinische Post vom 22.10.07

Unter HochstämmenObstlehrpfad

Leichlingen - Ein Obstlehrpfad soll Leichlingen und Witzhelden verbinden und an die lange Tradition des Obstbaus in der Blütenstadt erinnern.

Das hat nun Bürgerlisten-Ratsherr Volker Jung beantragt. Nach dem Vorbild des von Sponsoren ermöglichten Fischlehrpfades an der Wupper sollen seiner Anregung nach an einem Wanderweg entlang der Oberleichlinger Plantagen Informationstafeln zu Sorten, Obstverarbeitung und Ernährung aufgestellt und einheimische alte Sorten zur Ansicht angepflanzt und erläutert werden. Da auch die lokalen Bauernläden von einem solchen touristischen Angebot profitieren könnten, wird vorgeschlagen, den Obstpfad gemeinsam mit Leichlinger Landwirten und Gastronomen zu finanzieren.

Die Wegeführung vom Tal auf die Höhe soll zudem vor allem zur Erntezeit zusammenwachsen lassen, was zusammengehört. Denn dass Erntedankfest und Obstmarkt gleichzeitig begangen werden, es aber weder eine offizielle Verknüpfung beider Großveranstaltungen noch eine Busverbindung gibt, ärgert Jung: "In diesem Jahr gab es zeitgleich zum Erntedankfestzug einen Traktorcorso in der Innenstadt. Dies ist in Witzhelden mit Kopfschütteln registriert worden." HGB/BILD: ARCHIV BERG

Kölner Stadtanzeiger vom 23.10.07

„Da ist ein toller Zuspruch“

VON FRANK WEIFFEN, 12.12.07

Obstpfad Er war nur einer von vielen, die gestern auf dem Burscheider Bauhof fleißig Bäume schleppten, sie auf Anhängern verstauten und zum Pflanzen auf die heimische Wiese mitnahmen: Klaus Hammans (rechts) und seine Tochter Sally.

Burscheid / Leichlingen
- Klaus Hammans watete durch Matsch und Schlamm und schleppte Bäume. Zuerst einen „Kaiser-Wilhelm“-Apfelbaum. Dann eine „Gellerts Butterbirne“. Und dann einen „Vereinsdechants“-Birnbaum. Rauchwölkchen in die kalte Luft ausstoßend, verstaute der Burscheider Landwirt die Jungtriebe auf seinem Anhänger und erklärte: „Die kommen bei mir daheim auf die Wiese.“ Auf dass das Obst dort in Zukunft wachse und gedeihe. Als Hammans gemeinsam mit Tochter Sally (3), die ihm bei der Arbeit fleißig zur Hand ging, den Baubetriebshof verlassen hatte, waren die nächsten dran mit schleppen. Immerhin brauchte keiner für das Grün zu bezahlen: In einer gemeinsamen Aktion hatten Landschaftsverband Rheinland (LVR) und Stadt kostenloses Pflanzgut zur Verfügung gestellt. Das Ziel: In und um Burscheid und Leichlingen herum sollen Obstwiesen (offiziell: „kulturhistorisch begründete Landschaftsbilder“) neu angelegt oder aber erhalten werden.

Angelaufen war die Aktion - die auf einen Beschluss des NRW-Landschaftsausschusses zurückgeht und nach und nach das gesamte Rheinland abdecken soll - bereits im Juni. Allein in Burscheid wurden 167 Obstbäume, 330 sonstige Bäume, Gehölzer und Sträucher (etwa Haselnuss, Schlehe, Holunder) sowie 453 Stützpfähle für insgesamt 19 Pflanzorte bestellt. Die meisten davon (72 Obstbäume sowie die 330 sonstigen Bäume) wurden von Privatpersonen in Dierath bestellt.

Kosten: rund 30 000 Euro

Die restlichen 65 Obstbäume gehen nach Leichlingen. Die Kosten für den LVR: rund 30 000 Euro. Susanne Vogel vom LVR lächelte trotz rot angelaufener Finger und durchnässter Daunenjacke zufrieden: „Da ist ein toller Zuspruch“, sagte sie, die in den vergangenen Monaten die „Baumbesteller“ und deren Grünflächen genau unter die Lupe genommen hatte, um auszuschließen, dass Äpfel, Birnen und Kirschen dort angepflanzt werden, wo irgendwann einmal gebaut werden könne. „Die Leute mussten uns schon versichern, dass sie die Bäume nur in Bezirken außerhalb der Ortschaften und quasi in die Landschaft hinein pflanzen“, betonte auch Uwe Graetke vom Amt für Umwelt- und Naturschutz der Stadt Burscheid.

Und so wird nach dem gestrigen Schleppen in den kommenden Tagen wohl allerorts gebuddelt und geschaufelt werden. Auf dass die Burscheider und Leichlinger bald ihre „Vereinsdechantsbirnen“, „Gellerts Butterbirnen“ und „Kaiser-Wilhelm-Äpfel“ genießen können.

Kölner Stadtanzeiger vom 12.12.07

Kommentar-12.12.07
Da stellt der Landschaftsverband Rheinland der Stadt Leichlingen 65 Obstbäume, auch alte Sorten, kostenlos zur Verfügung. Prima!
Leider hat aber der BUS-Ausschuss vor wenigen Tagen den BWL Antrag zur Einrichtung eines Obstlehrpfades mit fadenscheinigen Begründungen abgelehnt.
Was macht die Stadt nun mit dieser Schenkung?